Zeit, etwas nachzuholen
Es ist Mittwoch und ich bin in Mina Clavero (Córdoba) und im Hintergrund säuselt Louis Armstrong "what a wonderful world". Wie passend. Zeit, euch auf den neusten Stand zu bringen.
Nach Buenos Aires bin ich erstmal via braunes Süppchen nach Colonia de Sacramento getuckert und hab mich mit dem hier scheinbar ach so heiligen Dollars eingedeckt und mir dabei 2 lustige Amis angelacht.
nach einem Tag gehts zurück ins Porteño-Irrenhaus. Einmal mehr verführt mich eine Gruppe Neukennengelernter [Anm. d. Red: Häufige Gattung! Im Folgenden HäGar genannt] zum Burger Joint. Einmal mehr zuviel Gleichgewichts-Stör-Getränk zum Tangotanzen.
Uuuuund:
Tags drauf schaff ichs, nach einer Monsterpizza für 5 CHF drei super Leute [Anm. d. Red: Untergattung der Gattung HäGar, im Folgenden genannt UnGar] im La Viruta das vom unfreiwilligen Treppen-Spagat im Heimatland noch immer lädierte Tanzbein zu schwingen.
Viele weitere HäGars und UnGars kreuzen meinen Weg in BsAs, aber nun hab ich erstmal genug und pack meinen Beutel und fahre per Urquiza(scheinbar im Gleichgewicht zwischen cheap&dirty und luxus&ausraub-Fernbus nach La Cumbre in Córdoba).
Hah, endlich naturalezza, die Leute hupen sich zum Gruss, nicht zum Trotz an. Heile Welt.
Am Fuss dieses leider etwas kurzen Fluges: Bar, Fluss, nette Mitpilotin Ines und Voyeurismus-Sicherheit:
Nach ein paar Tagen des Regens hab ich wieder Lust auf HäGars und fahr nach Córdoba
Ok Córdoba gefällt mir besser als BsAs, fühl mich sicherer (oder es ist mir mittlerweilen lang wie breit). Studistadt, easy Hostels (Tango Hostel: Name führt mich irre, die kennen nur das Wort). Aber die HäGars sind cool, die Nacht wird zum Tag und jemand kackt ins Bidet. Sehr amüsant, ausser für den Hostelmann. Der setzt alle unter Grossverdacht und hat nur noch böse Worte parat. Auf ins nächste Hostel (nun, da ich weiss, wie man ein Bidet korrekt verwendet... Scherz, ich wars ned).
Auch hier hab ich irgendwann genug von HäGars und Socialising, also Parapentepacken und prost!
Nächster Halt: Mina Clavero. Welch genialer Zufall: Komme in die Bäckerei, frag nach Esteban, er kommt und fragt, ob wir gleich fliegen gehn wollen. All right, now were're talking!
Zwar viel fahren, viel laufen, aber dieser Spot is ne Wucht! Arg. Meisterschaft war hier. Thermik zum dahinschmelzen und den Kondors zuwinken. Aber erst die neugierigen Steaklieferanten vom Startfeld verscheuchen.
Nach derLandung im geschätzten Nirgendwo geht Esteban auf Autojagd und ich such mir Wasser von nem Fluss.
Zwei wilde Hunde sagen hallo und begleiten mich fortan.
Das soll Herbst sein? Wär bei uns Hochsommer. Die Mückenschwadrone markieren ihr Territorium (...mich) und dann gehts in erhöhtem Tempo retour.
Folgetag: Bäckerei-Connection Teil 2: Mit dem Auto nach Merlo (Hier wurde der SAT erfunden und ich glaub auch die wahre Freude am Leben). Mirador de Condor: 1km Höhendiff zum auskosten.
Gebührliches Flügefeiern mit Fleisch und Fernet(ah ne, diesmal Soda redwine) am Tagesende:
Schön ists hier.
Gruss aus nem Hostel, wo WC und Dusche dasselbe ist, und dadurch ständig Boden, Klobrille und WC Papier nass ist! (Spassvogelarchitekten gibts hier wie Sand am Meer)